Mitschrift des Info-Abends „Lebensader Gersprenztalbahn“ am 16.01.19 in Groß-Bieberau, 19:30 – 22:00

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Bearbeitungsstand: 20.01.19

Schriftlich bzw. per Mail eingeladen waren (siehe Schluss)

Begrüßung von Frank Ludwig Diehl:

·       Vorstellung der Odenwaldbahn-Initiative mit Hinweis auf die Entwicklung Groß-Bieberaus und das dort tagende Eisenbahn-Komitee in den 1880er/1890er Jahren.

Matthias Altenhein, Dadina

·       RMV ist für die regionalen Schienenstrecken zuständig und wir als lokale Institution zuständig. Wir machen mit dem RMV eine Untersuchung, ob es sinnvoll wäre, diese Strecke wieder zu reaktivieren. Keine mit NKU. Es ist möglich, die Züge in Reinheim anzukoppeln, das dauert einige Minuten. Ich bin nicht euphorisch, doch man sollte diese Untersuchung abwarten. Man soll die Reaktivierung trennen von der Frage der Entwidmung. Selbst wenn eine Reaktivierung im Moment keinen Sinn machen, würde, geht es um einen größeren Zeitraum: Tendenziell: Keine Entwidmung, Trassensicherung. Stadt GB kann Stellung nehmen und wir müssen sehen, was im NVP steht. Beim Entwidmungsverfahren würde die Dadina Stellung nehmen. In Dadina und Kreistag gestellte Anträge sind zurückgestellt und werden noch behandelt. Die Stilllegung ist erfolgt. Das heißt nur das der Betrieb sich im Moment nicht lohnt. Entwidmung heißt: Man kann mit dem Gelände was anderes anfangen; das Land Hessen setzt sich für die Reaktivierungen ein, auf der anderen Seite ist Hessen Mobil das Land und will die sinnvolle Umgehung bauen und man muss abwarten wie es ist. Wir warten das Gutachten ab. Für den ÖPNV ist es sinnvoll, diese Option offenzuhalten.

MdL Frank Diefenbach für Grüne Hessen, DA-DI und Odenwald:

·       Die Entwidmung wollen wir verhindern, denn dann braucht man über diese Angelegenheit nicht mehr weiterdiskutieren. Der Diskussionsprozess muss zu Ende geführt werden. Es gibt berechtigte Anliegen von Autofahrern und Anwohnern, und auch von Pendlern die mit Bus oder später Bahn fahren wollen, doch diese Diskussion muss abgewartet werden. Es gibt keinen Widerspruch zwischen beiden Lösungen (Straße und Bahn). Minimalforderung contra Entwidmung. Wir als Grüne sind bekannt dafür, den ÖPNV auszubauen. In 2 Tagen wird ein neuer Landtag konstituiert und dann wird eine Landesregierung der Koalitionsvertrag umzusetzen. Wir prüfen die Reaktivierung, wenn die Kommunen und Kreise das wollen. Die Region muss das klären.

MdL Promny FDP:

·       Die Position der FDP auf Landesebene: die Infrastruktur ist etwas Essentielles, kein Entweder-Oder, sondern Sowohl-als-Auch. Alles gehört zusammen. Es muss dem Gedanken der Subsidiarität entsprechen. Ich freue mich für den vollen Raum. Die Leute sind noch an Politik interessiert. Vor Ort gibt es eine Sicht und wir respektieren das. Wenn die Dadina ein Gutachten erstellen lässt, heißen wir das auch gut. Auf demokratische Art muss die beste Lösung für die Region gefunden werden.

Peter Krämer, Odenwaldmobil:

·       Wir machen den Busverkehr und sind in den Schienenverkehr eingebunden. Wir beobachten mit großem Interesse, was hier geschieht, weil wir hier durchmüssen. GB leidet unter 14.000 Autos und die Forderung nach einer Straße ist unbestritten. Wir hatten früher die Bahnstrecke nach Reichelsheim und von Höchst nach Aschaffenburg. Entscheidungen sind zum Zeitpunkt des Treffens richtig, doch wenn sie entwidmet ist, ist sie weg und nicht reaktivierbar. Wir sollten uns die Option offenhalten. Unsre Zeit ist schnelllebig. Wer hätte vor 3-4 Jahren über Dieselfahrverbote nachgedacht, und es gibt zu viel CO2-Emissionen. Irgendwie muss was passieren, doch keiner weiß wie. Die Straße ist wichtig, doch die Option Richtung Schienenverkehr darf nicht verbaut werden. Vor 15 Jahren haben wir die Odenwaldbahn modernisiert, gegen Widerstände. Sonst wäre sie im Odenwaldkreis nicht mehr da. Wir müssen nachdenken, wie es weitergeht, weil die Züge voll sind. Die Sachen sind im Fluß.

·       Beginn Diskussion 20:20

·       Christian Senker, SPD Brensbach: Wir zeigen uns solidarisch. Wir greifen nicht die GB Stv an und sagen nicht wie hier abgestimmt werden soll. Was uns stört, ist: Das ist eine Entscheidung, die die ganze Region betrifft. Die Gemeinden müssen mit den Landkreisen und der Landesregierung sprechen, statt vorschnell zu entwidmen. Das ist kein Angriff sondern der Einstieg in den Dialog. SPD Fränkisch-Crumbach ist da und sieht das auch so.

·       B. Führer Stvv Groß-Bieberau: Soweit mir bekannt ist, kann die Entwidmung nur mit Beteiligung aller Kommunen passieren. Brensbach, Fränkisch-Crumbach, Reichelsheim müssen zustimmen. Wenn man die Perspektive haben möchte Ri. Reichelsheim, dann kommt das der Neuplanung gleich, weil die Bahn genau durch den Ort zwischen Straße und Bürgersteig ging. Es müsste sowieso eine neue Trasse geplant werden. Das kommt einer Entwidmung gleich.

·       Frank Ludwig Diehl: Das betrifft nur Brensbach, dort gibt es eine Ausweichtrasse. Die ursprüngliche Trasse ist nicht mehr nutzbar, und niemand möchte den ständigen Wechsel. Beim Blick auf die Karte sehen sie, wenn der Bahnübergang über die B 38 alt wieder entstünde könnte Ri. Süden eine Neuausmessung der Trasse erfolgen. GB kann die Entwidmung nicht betreiben, doch es geht um die Stellungnahme.

·       Frank Schüler: Hat lange für Odenwaldbahn geführt. Beispiel: Wölfersheim – Hungen, Hungen 55 km von Frankfurt wie Groß-Bieberau, das ist Einzugsbereich Frankfurt, mit Flügelung in Beienheim nach Hungen und Nidda. Vor 40 Jahren gab niemand einen Pfifferling für die Strecke.
Im Kaiserstuhl gibt es die nördliche Kaiserstuhlbahn, das Stück von Endingen von Breisach hatte nur 4 Züge pro Tag, jetzt wird es zur S-Bahn mit Stundentakt, teilweise 30-Min-Takt. Aufgabe entwidmeter Intrastruktur zur Reaktivierung dauert ewig. Auf langen Abschnitten ist die Trasse nach Reichelsheim unbebaut, da sind vielleicht 2 km. Noch eine Vision: In Reinheim ging die Bahn weiter nach Groß-Zimmern und es gab direkte Züge nach Rüsselsheim und zum Flughafen. Vor 20 Jahren sagte jemand: wir stellen den Prellbock in Wiebelsbach oder Michelstadt für die Umgehungsstraße. Man muss die Vision weiterlaufen lassen. Wer sagt, dass Dieburg – Reinheim nicht wiederkommt. Dann können sie plötzlich ganhz anders fahren. Drei km Strecke können die Basis für etwas ganz Großes sein. Wir reden von einer Brücke, die größer wäre: Die Reinheimer Umfahrung hat viele Brücken über Feldwege, für Landwirte und Wanderer. Die Brücke über den Radweg kommt ohnehin.

·       Uwe Hartmann, Stadtverordneter FWG: Ich kann das Interesse von Brensbach verstehen. Ich bin für eine Direktverbindung von Reichelsheim nach Frankfurt. In Brensbach ist die Trassen komplett überbaut. Es gibt nur Wersau und das ist weit weg und im Feuchtgebiet bei der Tankstelle. Fränkisch-Crumbach ist vorbei; Beerfurth: Faultal, da können sie keine Trasse mehr planen. Das wird über viele Jahre nur ab Groß-Bieberau laufen und die einzige Fläche ist das heutige Bahngelände. Das liegt schon 20 Jahre da und wir bezahlen über 3.700 Euro für eine Weiche. Jetzt sollen wir weiterbezahlen und die Perspektive ist außer 3 km gar nichts. Dann fangen Sie an in Brensbach mit der Planung, dann kommen Bürgerinitiativen gegen die Bahn und bis da was läuft dauert es ewig.

·       Peter Fornoff, Münchbachtal/Kainsbachtal: Verfechter der Reaktivierung. Ich frage Sie (Herrn Führer): Für wen entscheiden Sie das? Sie treffen die Entscheidung für die Mobilitätsstrategie Ihrer Enkel. Es geht nicht um die Brücke oder einen halben Meter in Brensbach. Der Raum Frankfurt wächst um 250.000 Menschen. In den nächsten 5 Jahren. Der Druck wächst massiv. Die Entscheidung ist nicht chancenorientiert, sondern kurzfristig wegen einer Brücke. Die Einwohner werden wachsen, weil die Stadt mit Schule attraktiv ist. Und diese Menschen müssen Sie wegbringen in die Großstädte. In Tokio oder Los Angeles müssen Sie eine Stunde von einem Ende zum anderen fahren. Wir müssen die Region als Großstadt begreifen. Was wir hier entscheiden ist für 5 Jahre, und in 10 Jahren gibt es mehr Fahrverbote. In der Schweiz oder Holland hat die Bahn einen ganz anderen Stellenwert. Wir sind der Stau und das kultivieren wir mit diesen Fehlentscheidungen. Es geht um die Zukunft und unsere Enkel, und dafür haben sie als Stadtverordneter die Verantwortung. Sie verlagern nur den Stau und es muss ein neues Konzept her.

·       Klara Dentler, JU Gersprenztal: Ich bin 22, es geht um mich und ich fahre mit dem Zug und studiere in Mannheim. Frau Funken MdL möchte die Bahn erhalten und Gespräche führen. Klara Dentler wohnt in Reichelsheim und weiß wie schwierig die Entscheidungen sein können. Der ländliche Raum muss die Bahn erhalten und ich verstehe beide Positionen und setzte mich für den Erhalt der Bahn ein, auch wenn eine Reaktivierung jetzt nicht möglich sein sollte.

·       .. JU Gersprenztal: Zum Kommentar von Uwe Hartmann: Sie sagen, weil Brensbach die Bahntrasse zugebaut hat machen wir das auch. Diesem Beispiel müssen sie nicht nacheifern. Wie soll sich Gewerbe ansiedeln? Die Umgehungstraße kommt, Brensbach, etc. werden sich verdoppeln oder verdreifachen und dafür haben wir eine einspurige Umgehungsstraße und Stau wie vor dem Lohbergtunnel. Wir haben Staus bei Roßdorf. Wir müssen die Entscheidung für die Bürger treffen. Wenn ich in 3 Min. um Bieberau herumgefahren stehe ich vor dem Lohbergtunnel. Angenommen, Sie sägen uns diese Option ab: Die Entwicklung geht nur dort, wo Infrastruktur breit gefächert vorhanden ist. Niemand will seinen Kindern ein Haus hinterlassen, das weniger attraktiv ist. Zeigen sie mir ein Viertel in einer Großstadt, dass keine Bahnanbindung hat. Das Auto ist nicht die alleinige Alternative.

·       Frank Diefenbach MdL: Sympatisch, dass alles betrachtet wird z. B. nicht nur die Gesundheitszentren oder nur die Bahn oder nur Internet oder Handynetz. Die infrastrukturellen Fragen müssen wir gemeinsam betrachten. Es kommt Einer in den Gesamt-Odenwald, weil die Infrastruktur insgesamt gut ist. Die wollen Bahn, Schulen, Ärzte. Wir stehen am Anfang der Wahlperiode. Der ländliche Raum nimmt breiten Raum ein und das muss im Zusammenhang gesehen werden. Man darf Visionen haben: Wir haben die Erde von ihren Kindern nur geborgt (steht jetzt im Koalitionsvertrag): Die Schienenmobilität ist Energiewende und Mobilitätswende und Verbindungen nach Darmstadt und Frankfurt. Wer hier wohnt gibt einen Teil seiner Kaufraft im Wohnort aus. Bahntrasse darf nicht entwidmet werden.

·       Diehl

·       Michael Mink, Einwohner von Groß-Bieberau: Nachbarin ist weitergezogen um einen Ort. In Groß-Bieberau wurde die Bahnverladung abgeschafft. Meine Freundin ist umgezogen und die Lkw aus Groß-Bieberau belasten Hahn. Caparol hat noch einen Anschluss. Diese Infrastruktur hat Geld abgeworfen doch für DB Cargo war es nicht rentabel genug. Groß-Bieberau muss die Chancen nutzen und kann Gewerbegebieten diese anbieten.

·       Christoph Zwickler, Fraktion Freie Wähler/Piraten im Kreistag: Erläutert gestufte Anträge im Kreistag und in der Dadina seiner Fraktion für Streckenerhalt und Reaktivierung.

·       Martin Engelhardt, FDP: Ich finde es nicht gut, wie Sie das gemacht haben. Es gibt deutlich mehr Argumente, siehe Ausschuss. Dort wurde mehr vorgetragen. Die Stadtverordneten haben das einstimmig so gesehen. Wir haben Verantwortung für Groß-Bieberau. Es geht nicht nur um die Brücke, es geht auch um das Gelände. Wir haben die ortsnahe Umgehung abgelehnt, weil sie uns von Sport- und Tennisplätzen trennt. Es geht darum, um die Entwicklung um Groß-Bieberau und das der OHI gehörende Gelände. Ich lade zur Begehung nach Reichelsheim, weil es nicht um einen Fingerschnipps geht. Bauen in der Flußaue ist nicht mehr zulässig. Man muss Fakten anerkennen. In Bieberau ist auf jeden Fall Schluss mit der Bahn. Wir brauchen die Eisenbahn nicht, auch wenn ich ÖPNV-Argumente höre. An dieser Sackgasse wird die Stadt nicht genesen.

·       Ramona Hock, Einwohnerin in Groß-Bieberau: Die Enscheidung ist zu kurz gedacht, in bin noch jung und bin Bus gefahren rückwärts klebend an der Scheibe. Jeder, der für die Entwidmung ist, ist noch nicht Bus gefahren. Wenn ich zwei Sachen haben, kann will ich auch beides. Umgehung ohne Bahn kommt für mich nicht in Frage. Entscheidung für die Bahn wäre erste bürgernahe Entscheidung hier. Die Reinheimer klagen weiter über viel Verkehr trotz Umgehungsstraße. Mit Bahn gäbe es weniger Autoverkehr. Wenn es eine Bahn direkt nach Darmstadt und Frankfurt gäbe, wäre das attraktiv.

·       Zwischenruf Führer: Wieso nicht nach Reinheim?

·       Ramona Hock: Fahren Sie mal morgens Bus. Fahrgemeinschafen für Studenten, weil der Bus so voll ist. Der wäre froh für den Zug. Wegen Brensbach: Wir müssen weiter denken. Bahn lässt sich leichter bauen als eine Straße. Die Gersprenztalbahn zwischen Groß-Bieberau und Reinheim ist die am leichtesten reaktivierbare Strecke in Hessen. Brensbach wird auch bald interessant.

·       Markus Daniel, Anwohner aus Groß-Bieberau: Wir haben viel über die Zukunft gehört und die Vergangenheit, was den Abbau betrifft. Mir fehlt die Substanz ... im Gersprenztal gibt es 20.000-25.000 Einwohner. Entscheidungen vor 20-25 Jahren mit billigem Sprit sind heute nicht mehr maßgeblich. Aus meiner persönlichen Erfahrung: Wenn ich morgens um 7 Uhr am Flughafen sein muss klappt das nicht. In Reinheim finde ich keinen Parkplatz. Daher fahre ich Auto oder Taxi zum Flughafen. Für die Zukunft wünsche ich mir von allen Stadtverordneten und Zusammenarbeit der Parlamente und Bürgermeister, was Tourismus, und internationale Städte betrifft, weil wir in diesem Speckgürtel unser Teil abbekommen. Ob Industrie hier ansiedelt oder nicht: Was bringt die Umgehungstraße; NKU-Faktor 5,6 ist gut. Die Brücken sind eingeplant. Wir haben mehrere Punkte, die gegen Reaktivierung sprechen, ich persönlich finde sie jedoch gut. Ein Bahnkilometer kostet eine knappe Million zu bauen. Bis nach Reichelsheim wären es 15 Mio. ohne Bahnhöfe: ich rede von Bahnkilometer auf flacher Strecke. Bitte an alle Politiker von Reinheim bis Reichelsheim: Jeder ist angehalten, mit allen anderen zusammenzuarbeiten, in der Stadt und die Wohnraumentwicklung. Arbeitet zusammen und nicht jeder für sich.

·       Jörg Bernius, Stv. FWG: Standortfaktoren, wir müssen uns um die Bevölkerung kümmern um Rettungsleitstelle usw. Die Bahntrasse führt durch die Wohnbebauung möglich. Die Entwicklung ist möglich und muss bedacht werden. Eine Trasse der Bahn bis Reichelsheim oder Fürth bin ich dafür, wenn das in einer Gesamtplanung ist, weil es keine Trasse gibt. Nur wenn eine Umgehung der Stadt gewährleistet ist und die Bahn an der B 38 neu entlangführt. Volle Busse sind ein Problem der Dadina oder eines zweiten Busses. Die Entwicklung der Kommune.

·       Herr N. N.: Ich war Rettungssanitäter in Reinheim. Die Rettungswache zwar zwischen Reinheim und Groß-Bieberau an der Umgehungsstraße geplant, dort wäre sie besser platziert gewesen.

·       Jörg Bernius, Stv. FWG: Die Güter-Verladung ist vorbei. Wir müssen uns mit der neuen Situation beschäftigen. Frage an Herrn Diefenbach: Standortfaktor ist wichtig.

·       Frank Diefenbach MdL: Wir fangen an zu arbeiten. Wir schauen, was wir Schritt für Schritt umsetzen können.

·       Herr: Hat Anfang Oktober 2018 mit Verkehrsminister gesprochen: Ab 2022 sind Planungskapazitäten frei.

·       Arno Grieger, Stv aus Reinheim: Es gibt zu wenig Parkplätze. Es wäre gut, wenn die Menschen aus Groß-Bieberau schon hier einsteigen würden. Die einzelnen Stadtverordneten unterschiedlicher Parteien sollen Beschlüsse damit fassen, für die Trasse, gegen Entwidmung, mir ist gleich wer sie beantragt. Chinesische Wahrheit: Katzenfarbe egal, Hauptsache sie frisst Mäuse.

·       Dr. Achilles FDP: Im Kreistag haben wir früh die Freihaltung der Trasse nach Zimmern festgelegt, 1985. Doch wir kommen über den NKU-Faktor nicht hinaus, obwohl wir den Stau abbauen könnten. Der Stau trifft unsere FDP-Kollegen im Stadtparlament Groß-Bieberau. Reinheim war schneller und jetzt ist Groß-Bieberau dran. Es sind die Lkws welche die Häuser ruinieren. Wir können mit eigenen Planungsmitteln arbeiten und die Stadt lässt planen. Wir können mit oder ohne Brücken planen und die muss Groß-Bieberau bezahlen. Die Straße hat einen NKU hat 5,6. Doch Hessen Mobil plant nicht. Groß-Bieberau ist am Anschlag was die Steuern betrifft. Straße wäre Schildbürgerstreich und die FDP-Argumentation ist nachvollziehbar. Bahn ist nicht in der Lage, innerhalb dieser Zeit Umsetzungen wahrzunehmen. Die Bahn geht eher Pleite als dass was passiert.
(Red.: Betreiber der Bahnstrecke Groß-Bieberau – Reinheim war nie die Deutsche Bahn AG, die Herr Achilles kritisiert.)

·       Astrid Schuld, Bürgerin aus Groß-Bieberau: Es geht um Wunsch nach Entwidmung. Es geht nicht um emotional. Bieberau kommt zu kurz. Es geht um Fakten. Wir haben ein Problem mit einer Umgehung die hier aufhört. Alle Städte haben dichtgemacht und wir brauchen die Umfahrung dringend. Wir wissen auch um die ÖPNV-Probleme. Wir können nach Ober-Ramstadt oder Reinheim kommen. Wir brauchen eine Strecke bis in die großen Zentren oder nach Fürth oder Lindenfels. Die Luftkurorte sind keine mehr. Man versucht es punktuell, doch es fehlt die Zusammenarbeit für einen regionalen Plan und es gibt viel Potenzial. Hahn erstickt im Verkehr. Man kann nicht über die Kuppen gucken. Brücken sind nicht gut. Brensbach: Ihr habe die Umgehung, ich finde es unerträglich. Es geht um die Belange aller Bürger. Unsere Kinder haben Bronchitis und Asthma wegen der Umleitungen. Die Lkws fahren die Straßen kaputt. Autobahnlaster fahren bei uns lang. Es muss abgewogen werden, was ist dringlicher und was ist machbar. Was bringt mir ein kurzes Ding.

·       Schuchmann, Odenwaldbahn-Initiative: Strecke lässt sich binnen 6-7 Jahren reaktivieren; zwischen Beschluss Odenwaldzüge über DA-Nord nach Frankfurt und Umsetzung waren es nur 5 Jahre mit kompliziertem Umbau in Darmstadt Nord, da ist die Sanierung Groß-Bieberau – Reinheim und der Umbau des Bahnhofs Reinheim deutlich einfacher. Die Fahrzeuge sind da: Der dritte Itino, der heute in Wiebelsbach abgehängt wird, kann stattdessen in Reinheim abgehängt werden und die gefühlt falsche Anbindung der Gersprenztalbahn in Reinheim ermöglicht Kuppeln der Züge (wie in Gießen aus Ri. Siegen und Kassel zur Weiterfahrt nach Frankfurt). Die Reisezeit aus Groß-Bieberau nach Frankfurt wäre weniger als 1 Stunde und auch die Reisezeit aus Reinheim etwas kürzer. Aus dem Odenwaldkreis bleibt sie gleich. Am 06.09.18 wurde der Politik das Konzept „123 km Zukunft“ vorgestellt, das die Machbarkeit nachweist. Gute Beispiele: Die Lumdatalbahn Lollar – Londorf wurde 2016 stillgelegt wie 2018 die Gersprenztalbahn, doch die Lumdatalbahn wird lt. Koalitionsvertrag reaktiviert. In Unterfranken forderten die Kommunalpolitiker 2016 die Entwidmung der Unteren Steigerwaldbahn, am 07.01.19 beschlossen sie den Rückzug des Antrags und wünschen nun ein Reaktivierungs-Gutachten. Auch die Politik in Groß-Bieberau hat die Chance, ihre Meinung zu optimieren.

·       Gaydoul, Stv FWG: Vor 25 Jahren war ich in ähnlicher Lage wie Sie heute. Ich war Vertreter einer BI gegen die ortsnahe Umfahrung: Meine Befürchtung: Wenn wir uns auf eine zweigleisiges Verfahren festlegen, dann kommt die Straße nicht. Die Priorität ist die Straße. Realistischer ist die Straße. Was zu kurz gekommen ist: Warum wir die Entwidmung anstoßen wollen: Es gibt die Gruppe für Ortsenwicklung, wir haben nicht die Möglichkeit anderer Kommunen. Das Grundstück soll mit der MHI entwickelt werden. Das Bahngelände muss hinausgeschaufelt werden. Das ist der Hauptgrund, warum wir die Entwidmung betrieben werden soll.

·       Zwischenfrage: Welches Gewerbe soll sich ansiedeln?

·       Gaydoul, Stv FWG: Ich möchte alle einladen und eine Lanze für die ehrenamtlichen Politiker brechen. Wir können uns auch über das Gewerbe unterhalten. Wenn wir parallel auch eine Bahntrasse puschen, dann wird Straße heruntergestuft.

·       Timm Löwert, Darmstadt, Vertreter von Bijan Kaffenberger: Siedlungsdruck wird durchgereicht, und davor muss man keine Angst haben. Der eigentliche Konflikt ist das Gelände. Die Umgehung löst das Lkw-Problem. Das Gewerbegebiet zieht viel neuen Verkehr nach Bieberau hinein. Es gibt gute Gründe für die Bahn und das Gewerbegebiet. Wenn man eine gute Verbindung nach Darmstadt installiert ist das eine prima Sache: Parkplätze am Bahnhof werden gebraucht.

·       Castellanos: Bisher wurde nicht untersucht. Die Region soll sich zusammensetzen und eine Untersuchung beauftragen. Wir können keine fertigen Lösungen ausarbeiten.

·       Peter Krämer, Odenwaldmobil, Schlusswort: Berechtigte Interessen, ich verstehe das Groß-Bieberauer Interesse, doch in Fachkreisen hat man das Gebiet der integrierten Verkehrsplanung. Wie kann man diese Entwicklung zusammenbringen und das neutral und frei von Emotionen beurteilen lassen?

 

 

 

Schriftlich bzw. per Mail waren eingeladen mit Hinweis, dass ein Vertreter der/des Eingeladenen ebenfalls willkommen ist (in Klammern Rückmeldestatus, in grün die Anwesenden, in rot Unentschuldigt):

·       Stadt Groß-Bieberau (vertreten durch Stadtverordnetenvorsteher)

·       Hess. Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (unentschuldigt)

·       Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid (entschuldigt, ohne entsandten Vertreter)

·       MdB Patricia Lips (entschuldigt, ohne entsandten Vertreter)

·       MdB Dr. Jens Zimmermann (unentschuldigt)

·       MdB Daniela Wagner (unentschuldigt)

·       MdB Bettina Start-Watzinger (unentschuldigt)

·       MdB Sabine Leidig (vertreten durch Tim Dreyer)

·       MdL Sandra Funken (vertreten durch Klara Dentler)

·       MdL Hildegard Förster-Heldmann (entschuldigt, vertreten durch Frank Diefenbach)

·       MdL Bijan Kaffenberger (vertreten durch Mitarbeiter)

·       MdL Janine Wissler (vertreten durch Tim Dreyer)

·       MdL Torsten Leveringhaus (entschuldigt, vertreten durch Frank Diefenbach)

·       MdL Manfred Pentz (entschuldigt, ohne entsandten Vertreter)

·       MdL Rene Rock (FDP-Landtagsfraktion vertreten durch MdL Moritz Promny)

·       MdL Heike Hofmann (entschuldigt, ohne entsandten Vertreter)

·       Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV), (entschuldigt, ohne entsandten Vertreter)

·       Dadina / Landkreis Darmstadt-Dieburg (Matthias Altenhein teilgenommen)

·       Odenwaldmobil / Odenwaldkreis (Peter Krämer teilgenommen)

·       Stadt Darmstadt (unentschuldigt)

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