Pressemitteilung der Odenwaldbahn-Initiative vom 23.07.19

Odenwaldbahn-Initiative veröffentlicht Antrags-Entwurf für „B-26-Sofortprogramm“
Entzerrung der Baustellen reicht nicht, weil Busfahrgäste in die Bahn wechseln
Züge lassen schon heute Menschen zurück
Fahrgäste brauchen mehr Platz in Odenwaldbahn und mehr Züge auf Main-Rhein-Bahn

DARMSTADT-DIEBURG/ / DARMSTADT / ODENWALDKREIS, 23.07.19.

Einen Antragsentwurf für ein Sofortprogramm hat die Odenwaldbahn-Initiative veröffentlicht. Das Sofortprogramm hält die Initiative für notwendig, weil im Jahr 2020 für sieben Monate die B-26-Unterführung am Darmstädter Ostbahnhof teilgesperrt ist und viele heutige Busfahrgäste dem Rat der Dadina vom Frühling 2019 (DE 05.04.19) folgen werden und die Züge nutzen werden. Viele Odenwaldzüge sind jedoch bereits jetzt (2019) an der Kapazitätsgrenze, der Odenwälder Fahrgastbeiratsvorsitzende Horst Kowarsch berichtet im Mai 2019 von Fahrgästen, die nicht mehr mitfahren können ( OE 31.05.19 ): Derartige Situationen müssen vermieden werden, daher braucht es das Sofortprogramm. Für das Sofortprogramm wurden auch Hinweise berücksichtigt, die die Initiative über die sozialen Medien erreicht haben. Die Odenwaldbahn-Initiative wird es den Fraktionen in den Kreistagen Darmstadt-Dieburg und Odenwaldkreis, der Darmstädter Stadtverordnetenversammlung und den Dadina-Fraktionen zuleiten und hofft auf eine breite Unterstützung.

Antragsentwurf vom 23.07.19

Der Kreisausschuss / der Magistrat / der Dadina-Vorstand wird beauftragt, sich im Zusammenhang mit der B-26-Sperre im Jahr 2020 für ein ÖPNV-Sofortprogramm einzusetzen, das folgende Punkte beinhaltet:

1.     Täglicher Stundentakt der „Schnellen-Odenwälder“-Linie RE 80 zwischen Darmstadt Hbf und Wiebelsbach und ggf. Verlängerung bis Erbach in den Lücken der RE 85 (Frankfurt – Wiebelsbach – Erbach), um zusammen mit den vorhandenen Regionalbahnen einen täglichen Halbstundentakt Erbach – Darmstadt (Nord) anzubieten.

2.     Täglicher Halbstundentakt auf der Main-Rhein-Bahn (RB 75) zwischen Aschaffenburg und Darmstadt.

3.     Mo-Fr durchgehender 15-Minuten-Takt auf den Buslinien NE, O und N zwischen Ober-Ramstadt, Mühltal und DA-Böllenfalltor auf jeder Linie.

4.     Vorübergehender Einsatz der für die S 7 vorgesehen Triebzüge auf der Main-Rhein-Bahn zwischen Babenhausen und Darmstadt Hbf Mo-Fr im Halbstundentakt, um zusammen mit Punkt 2 einen 15-Minuten-Takt zwischen Babenhausen und Darmstadt herzustellen.

5.     Einsatz von Vier-Wagen-Doppelstockzügen mit Loks auf der Odenwaldbahn zumindest in der Hauptverkehrszeit, damit verbunden können die vorhandenen Itino-Triebwagen zur Verlängerung von 2019 nur einteilig oder zweiteilig fahrenden Zügen eingesetzt werden.

6.     Anmietung von separaten Triebwagen für die Pfungstadtbahn, um so freiwerdende Itinos zur Verstärkung von Odenwaldzügen einzusetzen.

7.     Verdichtung des Straßenbahnverkehrs zwischen Darmstadt Merck, Nordbahnhof und Innenstadt für die am Nordbahnhof ankommenden Fahrgäste aus dem Ostkreis.

Die Punkte 1 – 2 lassen sich mit dem 2019 vorhandenen Fahrzeugpark umsetzen.

 

Für Punkt 3 sind einige zusätzliche Fahrzeuge (Busse) erforderlich.

Für Punkt 4 sind die Fahrzeuge bereits im Rhein-Main-Gebiet vorhanden, jedoch würde sich der Einsatz auf der S 7 verzögern.

Für Punkt 5 sind Doppelstockwagen aus dem Bundesgebiet zusammenzuziehen und Loks anzumieten.

Für Punkt 6 müssen 1 – 2 Dieseltriebwagen angemietet werden.

Punkt 7 ist an Ferientagen und am Wochenende mit vorhandenen Straßenbahnen möglich, Mo-Fr an Schultagen sind zusätzliche Fahrzeuge erforderlich. Evtl. kann mit älteren Fahrzeugen aus dem Heag-Museumsbestand gefahren werden.

Begründung: Unabhängig davon, ob die B-26-Sperre mit dem Bau einer Busspur erfolgt, ist mit einer siebenmonatigen Behinderung der Bus- und Kfz-Verkehrs zu rechnen. Wie bereits während der Fiedlerweg-Sperre im April 2019 vom Dadina-Geschäftsführer empfohlen, werden Menschen aus dem Bus in den Zug wechseln wollen. Viele Odenwaldbahn-Züge sind jedoch an der Kapazitätsgrenze. Die von der Odenwaldbahn-Initiative vorgeschlagenen Maßnahmen sind ein Sofortprogramm gegen Stau und für die lokale Erfüllung der Klimaschutzziele. Die Maßnahmen sind auch ohne die B-26-Sperre sinnvoll, um die Kapazität des ÖPNV aus dem Ostkreis zu erhöhen, nachdem die Straßenbahn- und Parkhausideen nicht förderfähig sind.

Leitseite

( http://tinyurl.com/190723sofo )